Historische Gebäude in Westerwolde

Historisches Erbe in Westerwolde, Groningen

Westerwolde ist eine Region mit einer reichen Geschichte, was auch durch die vielen schönen alten Gebäude zum Ausdruck gebracht wird. Das Kloster in Ter Apel, die Burg zu Wedde, die vielen imposanten Gutshäuser. Ein kleiner Griff aus dem historischen Erbe von Westerwolde, Groningen.

Kloster Ter Apel

1464 erhielt der Orden vom Heiligen Kreuz [Ordo Sanctae Crucis] die Niederlassung Apell als Geschenk unter der Bedingung, dass an dieser Stelle ein Kloster erbaut werden würde. Der Vorstand dieses Ordens nahm Apell als Gottesgeschenk an. Vier Priester und einige Laienbrüder wurden nach Apell geschickt. So entstand in der Region Westerwolde ein neues Kloster, welches den Namen Domus Novae Lucis erhielt, Haus des Neuen Lichtes. Zwischen 1465 und 1561 wurde der Bau des Klosters nach einem mittelalterlichen Plan vorangetrieben. Das bedeutete, dass abgesehen vom Ordensgebäude auch ein Torhaus, Wassermühlen, ein Pergamenthaus, ein Back- und Brauhaus und ein Gästehaus gebaut werden mussten. Durch die Eroberung dieser Region durch Wilhelm Ludwig von Nassau im Jahr 1593 musste die Bevölkerung den katholischen Glauben aufgeben (Reformation).

Stürme, Brand und hohe Instandhaltungskosten sorgten in den Jahrhunderten nach 1600 für gewaltige Probleme. Das einst so imposante Kloster wurde daher bis 1930 sehr häufig verändert. Zwischen 1930 und 1933 wurde das Kloster auf Initiative der Stadt Groningen, die damals Eigentümerin dieser Enklave war, sorgfältig konserviert und restauriert. 

Seit 1992 gehört das Kloster Ter Apel zu den Top 100 der UNESCO-Denkmäler in den Niederlanden.

Quelle: www.kloosterterapel.nl

Kloster Ter Apel heute

Heutzutage ist in diesem Kloster das Museum für Kloster- und Kirchengeschichte und Religiöse Kunst untergebracht. Ferner befinden sich hier zwei Galerien für zeitgenössische Kunst und eine Konzertbühne.

Burg Wedde

Wedde war strategisch gesehen ein wichtiger Ort, weil es an der Handelsroute von der Stadt Groningen nach Lingen und Westfalen lag. Das Haus zu Wedde wurde zwischen 1362 und 1370 als Behausung für die Familie Addinga (Großgrundbesitzer mit erheblichem politischem Einfluss) errichtet. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde die Burg abgerissen, wieder aufgebaut und mehrmals umgebaut. 

Wegen ihrer strategischen Lage an der Wegstrecke von Groningen nach Deutschland wurde die Burg auch immer wieder in Kriegshandlungen miteinbezogen. 1568 wurde hier beispielsweise die Schlacht von Heiligerlee vorbereitet. Der Legende nach wurde Adolf von Nassau, der Bruder von Wilhelm von Oranien, der in dieser Schlacht fiel, in Wedde aufgebahrt.

Die Burg spielt auch in der Rechtsprechung eine wichtige Rolle. Das Gericht tagte in der Burg zu Wedde (im Haus zu Wedde), wonach das Urteil auf dem "Giezelbaarg" (Geselberg, auch "Galgenberg" genannt) vollzogen wurde. Viele wurden hier gefoltert und gebrandmarkt und dies war auch ein Ort, an dem bis 1803 Todesurteile vollstreckt wurden. Zwischen der Burg zu Wedde und dem Geselberg soll es einen unterirdischen Gang gegeben haben.

Im 16. Jahrhundert fanden auf der Burg auch Hexenprozesse statt. Dabei wurden 19 Frauen verurteilt und als Hexen verbrannt.

Quelle: www.burchtwedde.nl

Die Burg heute

Heute dient die Burg als Kinderhotel. Ferner sind hier ein Restaurant und ein Museum untergebracht und es finden regelmäßig Veranstaltungen statt.