Kirchen und Türme in Westerwolde

Kirche und Türme in Westerwolde, Groningen

Der Reichtum an Kirchen und Türmen in Groningen ist gigantisch, auch in Westerwolde. Verteilt über die ganze Region finden Sie eine große Anzahl an historischen Kirchen. Einige Kirchen werden bereits im Jahr 1300 erwähnt!

Lesen Sie nachstehend mehr über die historischen Kirchen und Türme in Westerwolde und sehen Sie sich die Adressen der Kirchen auf der unten stehenden Karte an.

Die Kirche von Sellingen - Sellingen

Die frühgotische Kirche von Sellingen im Dorf Sellingen stammt etwa aus dem Jahr 1300. Die Kirche wurde an die Stelle einer oder mehrerer älterer Kirchen erbaut. Die Kirchengemeinde wird bereits Mitte des 12. Jahrhunderts in den Unterlagen des Archivs erwähnt. In den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in der Kirche spätgotische Malereien entdeckt, unter anderem Abbildungen des hl. Christophorus und der hl. Margarethe. Bemerkenswert ist, dass die Gemälde signiert sind, was damals nicht üblich war, und zwar mit `Bruder Jan von Aachen´ und `Johannes´ .
Das Dach der Kirche besteht teilweise aus hohlen und gewölbten Dachpfannen, auch Pater und Nonnen genannt.

 

Das Kreuzherrenkloster - Ter Apel

Das Kreuzherrenkloster ist ein ehemaliges Kloster in dem Dorf Ter Apel im Südosten von Westerwolde.

1465 wurde mit dem Bau des Klosters begonnen. Das Kloster liegt auf einem bewaldeten Sandrücken entlang der jahrhundertealten Handelsroute von Münster nach Groningen. Für Durchreisende und Pilger war das Kloster ein Ort der Gastfreundlichkeit und der Hingabe. Obwohl sich die Schwerpunkte mittlerweile verlagert haben, ist das Kloster Ter Apel bis heute ein spiritueller Treffpunkt geblieben. 

Das Kloster Ter Apel gehört seit 1992 zu den Top 100 der niederländischen UNESCO-Denkmäler, die durch internationales Recht geschützt werden.
Unter der Leitung des dänischen Architekten Johannes Exner wurde Mitte 2000 mit dem Bau des neuen Westflügels sowie mit der Durchführung der geplanten Restaurierung durch OVT Architekten aus Groningen begonnen. Die Übergabe fand im September 2001 statt.

In den Ordensgebäuden sind unter anderem das Museum für Kloster- und Kirchengeschichte & Religiöse Kunst sowie zwei Galerien für zeitgenössische Kunst untergebracht. Die ehemalige Laienkirche des Klosters fungiert heute als reformierte Kirche. Diese Boschkerk bildet den Südflügel des Klosters.

Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie unter: http://www.kloosterterapel.nl/nl/openingstijden

Nikolaikirche - Onstwedde

Die gotische Nicolaaskerk (Nikolaikirche) in Onstwedde in der Groninger Gemeinde Stadskanaal wurde um das Jahr 1500 erbaut. Der gut 41 m hohe Juffertoren ist mindestens 150 Jahre älter als die Kirche. Onstwedde gehörte - ebenso wie das restliche Westerwolde - bis 1568 kirchenrechtlich zum Bistum Osnabrück. Die weltliche Führung lag in den Händen des Fürstbischofs von Münster. Der Pfarrer wurde offiziell vom Abt des Klosters Corvey bei Höxter benannt, der diese Wahl in der Praxis aber den Pfarrmitgliedern überließ.
 

Juffertoren

ist bzw. war der Name von gleich drei Kirchtürmen in Groningen: Einer in Schildwolde (an der reformierten Kirche), einer in Onstwedde (Teil der Nikolaikirche) sowie einer in Holwierde (an der Stephanuskirche), der jedoch 1836 einstürzte und 1855 abgerissen wurde. Die Türme unterscheiden sich von den anderen Türmen in der Provinz Groningen durch ihre gemauerte Spitze. Der Name verweist auf eine "juffer", eine schlanke, nach oben spitz verlaufende Tanne, an welche die Turmspitzen erinnern. Allerdings gibt es als weitere Erklärung für den Begriff "Juffertoren" auch die Legende von drei Schwestern, die diese drei Türme Gott zu Ehren erbaut haben sollen.

Wasserturm - Stadskanaal

Der Wasserturm von Stadskanaal wurde von dem Architekten H.F. Mertens entworfen und 1935 erbaut.
Der Turm ist 42,76 m hoch und der Sockel befindet sich 7,10 m über dem Meeresspiegel. In dem Turm befindet sich ein Wasserreservoir mit einem Inhalt von 900 m³. Der Turm besteht aus 566.000 Backsteinen und 625 m² Beton.
Die technische Konstruktion stammt von der Waprog und die Formgebung ist ein Entwurf des  H.F. Mertens, der sich hier an die Stilrichtung der Amsterdamer Schule anlehnte, bei der rote Backsteine vorherrschen. Mertens entwarf auch die Wassertürme in Bilthoven (1926) und Soest (1926). Als Inspirationsquelle zu diesen Entwürfen dienten Arbeiten von Michel de Klerk aus dem Jahre 1912. Der Turm hat große Ähnlichkeit mit dem Wasserturm in Oude Pekela (1938), der ebenfalls von ihm entworfen wurde.

Der Wasserturm kann vom 1. Mai bis zum 1. Oktober bestiegen werden. Vom Dach aus in knapp 43 m Höhe hat man eine überwältigende Aussicht über die gesamte Umgebung. Nach dem 1. Oktober ist der Wasserturm nur nach Vereinbarung für Gruppen zugänglich. Weitere Informationen erhalten Sie beim Streekhistorisch Museum.

Kirche von Wedde - Wedde

Die Kirche von Wedde in Wedde wurde erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt. Womöglich bezog man sich damals auf einen hölzernen Vorgängerbau der heutigen Kirche. Das Gebäude wird auch Grote Kerk genannt, ein etwas verwirrender Name für eine Kirche bescheidenen Ausmaßes. Wahrscheinlich wollte sich die Kirche durch diese Bezeichnung vom Gebäude der Hervormde Evangelisatie (Reformierten Evangelisten) in Wedderheide abheben.

Reformierte Kirche - Vlagtwedde

Die spärlichen Einwohner von Westerwolde konzentrierten sich im Mittelalter insbesondere in den auf Sandrücken gelegenen Eschdörfern. Diese Sandrücken ragten wie kleine Inseln aus dem Torfmoor heraus. Vlagtwedde war eines dieser Eschdörfer und eines der ersten Kirchdörfer der Region. Die Pfarrkirchen stammen aus dem 13. Jahrhundert. 

Auf den ersten Blick scheint es, als würden Turm und Kirche der Reformierten Kirche Vlagtwedde nicht zusammengehören. Das liegt daran, dass die Kirche weiß verputzt ist und der Turm nicht. Der Putz wurde übrigens erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts angebracht. Die Kirche selbst stammt aus dem 13. Jahrhundert. Es existiert noch ein Foto aus dem Jahr 1893, welches die Kirche ohne Putzschicht zeigt.

Früher befand sich neben der Kirche ein freistehender Glockenturm. Dieser wurde 1865 durch den heutigen Backsteinturm ersetzt. Das Dach des Turms ragt nur mit der Spitze über den Dachpfannen der Kirche hinaus. Auch die Glocke des Kirchturms ist nicht mehr original. Diese wurde im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen geraubt und ist durch eine andere ersetzt worden.

Magnuskirche - Bellingwolde

Die Magnuskirche in Bellingwolde stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Die heutige Kirche ersetzt eine frühere Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die bei der Sturmflut im Jahr 1509 schwer beschädigt wurde. Die ursprüngliche Kirche war dem Apostel Jakobus geweiht worden, die neue Kirche wurde jedoch unter dem Namen Magnuskirche bekannt, benannt nach dem hl. Magnus. Beim Bau kamen die Baustoffe der bereits abgerissenen Kirche im nahen Ulsda wieder zum Einsatz.

In den Monaten Juni, Juli und August kann die Magnuskirche am Donnerstagnachmittag besichtigt werden. Am jeweils 2. Wochenende im September (Tag des offenen Denkmals) ist die Kirche ebenfalls geöffnet.

Garnisonskirche - Oudeschans

Die ehemalige Garnisonskirche von Oudeschans ist eine 1626 erbaute Saalkirche, die anfangs für die im Groninger Ort Oudeschans stationierten Soldaten gedacht war. Die Garnisonskirche wurde unweit des Hafens der Festung errichtet. Der Hafen ist mittlerweile verschwunden und hat einer Wiese mit hohen Bäumen Platz gemacht.
Sehr besonders ist, dass Kirche und Pfarrhaus eine bauliche Einheit bilden. 1772 wurden Kirche und Pfarrhaus miteinander verbunden und um den Dachreiter erweitert. Bis dahin gehörte die Kirche zum Landhuyscomplex, in dem alle militärischen Angelegenheiten geregelt wurden.

Über der Kanzel befindet sich eine gemalte Orgel, ganz originalgetreu mit Registertasten, Notenbuch und Spieltisch. Durch die Wandmalerei scheint es, als würde die Kirche tatsächlich über eine Orgel verfügen. Wahrscheinlich ist diese Malerei beim Umbau im Jahr 1772 entstanden.

Im Dachreiter ist ein Uhrwerk aus dem 17. Jahrhundert zu sehen. 1983 brachte H. Koster aus Blijham dieses Uhrwerk mithilfe eines Motors einer Waschmaschine und einer Fahrradkette wieder zum Laufen. Die abgenutzten und ausgetauschten Ersatzteile sind, wie es sich für eine gute Restaurierung gehört, werden bis heute auf einem Brett präsentiert.

Adresse für den Schlüssel: W. Schortinghuis, Molenweg 16, Oudeschans, +31 (0)597-655252